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Zoologischer Stadtgarten wird zum „Park der Naturdialoge“

Eckpfeiler des Masterplans
Eckpfeiler des Masterplans

OB Dr. Frank Mentrup auf dem zweiten Bürgerforum Zoologischer Stadtgarten
OB Dr. Frank Mentrup auf dem zweiten Bürgerforum Zoologischer Stadtgarten

Bürgerforum: Eckhard Wiesenthal erläutert das Leitmotiv "Park der Naturdialoge"
Bürgerforum: Eckhard Wiesenthal erläutert das Leitmotiv "Park der Naturdialoge"

Im Dialog: zweites Bürgerforum Zoologischer Stadtgarten
Im Dialog: zweites Bürgerforum Zoologischer Stadtgarten

Bürgerforum Zoologischer Stadtgarten: Gespräche an den Info-Tischen
Bürgerforum Zoologischer Stadtgarten: Gespräche an den Info-Tischen

Vorstellung des Masterplans im Bürgerforum/Gemeinderat entscheidet am 22. März 2016

Der Zoologische Stadtgarten wird zu einem Park der Naturdialoge. Investiert werden soll in den nächsten Jahren in über 40 Einzelmaßnahmen: in die Elefanten-Anlage für die Elefanten-Altersresidenz, in die Gemeinschaftsanlage Afrika sowie in eine neue Asien-Anlage oder auch in Volieren, in den Lauterberg als „Portal zum Nationalpark Schwarzwald“ sowie in den Rosengarten und andere gärtnerische Anlagen, zudem in Besucherservice und Wissensvermittlung.

Dem Mehrwert für Tiere, Pflanzen und Menschen stehen Investitionen unter tiergärtnerischen, gärtnerischen und baulichen Aspekten von rund 52 Millionen Euro gegenüber. Dies und weitere Einzelheiten aus dem Projekt „Entwicklung Zoologischer Stadtgarten (ZSG)“ stellten Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und die Projektbeteiligten gestern beim zweiten Bürgerforum im Bürgerzentrum Südwerk der Öffentlichkeit vor. Im November 2014 war ein Prozess angestoßen worden, der nun in einen Masterplan einmündet. Rund 160 Bürgerinnen und Bürger hatten die Gelegenheit genutzt, sich über den Sachstand zu informieren.

Leitplanken für eine attraktive Anlage gesetzt

„Mit dem zentralen, übergreifenden Konzept haben wir Leitplanken gesetzt, mit denen wir den Zoologischen Stadtgarten nun gemeinsam in den nächsten Jahren entwickeln wollen“, so OB Mentrup. Der Masterplan mit dem Leitmotiv „Park der Naturdialoge“ bilde durch seinen ganzheitlichen Ansatz und seinen modularen Aufbau eine sehr gute Grundlage für eine attraktive Anlage.

An Info-Tischen nahmen Bürgermeister Michael Obert, Zooleiter Dr. Matthias Reinschmidt, Gartenbauamtsleiter Helmut Kern und weitere Vertreterinnen und Vertreter der Projektgruppen viele Zuspruch entgegen. „Es ist schon so viel Aufbruchstimmung zu spüren, nutzt diese nun für die Umsetzung“, hörten die Projektbeteiligten häufig in den Gesprächen. „In öffentlicher Sitzung wird der Gemeinderat am 22. März über den Masterplan entscheiden“, informierte Obert über das weitere Vorgehen.

Detaillierte Gesamtsicht auf den Zoologischen Stadtgarten

Zur Ausgangslage: Durch neue gesetzliche Vorgaben, insbesondere das Säugetiergutachten aus dem Jahr 2014, wurde im ZSG eine Überprüfung der Tierhaltung notwendig. Dies war Anlass, einen Masterplan für ein integriertes Tier-, Garten- und Besucherkonzept zu entwickeln. In sechs Arbeitsgruppen wurde die Basis für die inhaltliche und strukturelle Neuausrichtung der Anlage gelegt – begleitet von externen Experten und rückgekoppelt mit der Bürgerschaft. Die Öffentlichkeit war per Umfrage, in Workshops und Bürgerforen eingebunden.

Das Ergebnis der detaillierten Gesamtsicht: Der Zoologische Stadtgarten wird unter dem Leitmotiv „Park der Naturdialoge“ in die Zukunft segeln. Das Leitmotiv steht für den besonderen Charakter der inmitten der Stadt gelegenen Anlage, für die Bipolarität als Zoologische Einrichtung und Garten – sowie für die Auseinandersetzung zwischen Mensch und bedrohtem Tier. „Das Leitmotiv gibt Orientierung für die Weiterentwicklung der Anlage und greift das Alleinstellungsmerkmal der Anlage – die Kombination aus Naturraum und Parkanlage – auf“, betonte beim Bürgerforum der externe Berater Eckhard Wiesenthal (Büro Tiergestaltung Wiesenthal).

43 Einzelmaßnahmen

Der Masterplan setzt sich aus 43 Projekten mit rund 52 Millionen Euro Investitionen zusammen. Dabei entfallen auf den Zoo 48 Millionen Euro und hier allein auf das Großprojekt Asienanlage im Erweiterungsbereich des Zoos (Sallenwäldchen) rund 30 Millionen Euro. „Bei Elefanten, Giraffen und Schimpansen gibt uns das Säugetiergutachten Handlungsbedarf vor“, erläuterte Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt. Die Haltung der Schimpansen wird im derzeitigen Affenhaus nicht mehr möglich sein, weshalb ein Neubau notwendig ist. Konzipiert wird dieser als Asienanlage. Zunächst leben hier die Schimpansen Benny, Sophie und Katche, später dann die stärker in ihrer Art bedrohten Orang-Utan sowie weitere Tiere aus dem asiatischen Lebensraum bei Wechselnutzung der Außenanlage.

Elefantenanlage muss bis Ende 2017 umgesetzt sein

Dringend ist die neue Elefantenaußenanlage, die bis Ende 2017 umgesetzt werden muss. Mit der Erweiterung der Außenanlage auf die Fläche des heutigen Südamerikahauses bis zum kleinen Flusslauf übernimmt der ZSG mit einer Altersresidenz die Verantwortung für ältere Elefanten. Idee ist, dass nachts, wenn die Elefanten im Haus sind, die Flusspferde auf der Außenanlage herumstreifen können. Bei der Gemeinschaftsanlage Afrika sollen Tiere vergesellschaftet werden, was zu Interaktionen zwischen den Tieren führt. Und der Mensch tritt über einen Hochsteg auf Augenhöhe mit den Giraffen in den Dialog.

Lauterberg ins Blickfeld rücken

Im gärtnerischen Bereich wird die Grundstruktur der Bundesgartenschau 1967 behutsam saniert und fortentwickelt. So soll im Japangarten ein neues Teehaus gebaut werden. Auch die Erneuerung der Wasserorgel gehört dazu. Sie steht neben anderen Projekten für das Thema Wasser – das verbindende Element zwischen Zoo und Stadtgarten. Noch in diesem Jahr wird begonnen, kündigte Obert an, den Lauterberg in Wert zu setzen. Für das künftige „Tor zum Nationalpark Schwarzwald“, wo künftig einmal Luchse oder auch das Auerhuhn leben werden, sollen unter anderem die Wege saniert werden.

Besucherservice und Wissensvermittlung

Zur übersichtlicheren Wegeführung gesellen sich neben dem Rundweg Themenwege. Der Besucher soll mit zwei gut organisierten Eingangsbereichen empfangen werden – unter anderem mit Toiletten und überdachten Aufenthaltsbereichen für die Gäste. Der Besucherinformation und Wissensvermittlung wird künftig ein deutlich höherer Stellenwert eingeräumt, mit klassischen Infomedien, aber auch einem digitalen Info-System sowie Veranstaltungen (bereits begonnen: kommentierte Tierfütterungen).

Modularer Aufbau erlaubt Umsetzung in Teilschritten

Die einzelnen Bausteine sind in kleine bis große sowie dringende (etwa aufgrund des Säugetiergutachtens) und weniger dringende Maßnahmen unterteilt. Angelegt ist der Masterplan zunächst auf zehn Jahre. Insbesondere die weniger dringenden Maßnahmen können je nach finanzieller Situation der Stadt oder bei Vorhandensein von Drittmitteln umgesetzt werden.

Zu den kleineren Maßnahmen gehört die begehbare Känguruanlage oder ein begehbares Gehege für Lemuren, mit denen der Zoo bei der Annäherung von Wildtieren an den Menschen neue Wege geht.

Zooverein will verstärkt Sponsoren gewinnen

Bei Drittmitteln sind schon heute die Zoofreunde verlässliche Partner. Mit ihrer Unterstützung wird in diesem Jahr beim Giraffenhaus eine neue Erdmännchenanlage entstehen. „Die Erdmännchen sind Sympathieträger“, erläuterte Jürgen Giese von den Zoofreunden, warum den Zoofreunden diese Tiere am Herzen liegen. „Wenn der Gemeinderat im März Ja sagt und auch die entsprechenden Gelder bereitstellt, bin ich mit dem Masterplan hochzufrieden“, betonte Giese.  Der Förderverein sehe seine Rolle darin, nun auch verstärkt Sponsoren zu finden, die zusammen mit dem Zooverein einzelne Bausteine finanzieren. 2016 profitieren neben den Erdmännchen auch die Schnee-Eulen mit einer Voliere vom Engagement der Zoofreunde.

Für die begehbare Känguru-Anlage wiederum signalisierte Reinschmidt „sehr erfolgreiche Gespräche“ mit einem Sponsor. Und auch das weitere Projekt für dieses Jahr, die Kinderturn-Welt hat unter anderem mit der Kinderturnstiftung und Sparda-Bank bereits finanzielle Unterstützer gefunden. Der Masterplan und der schon sichtbare Attraktivitätsgewinn für die Anlage werde das ihre dazu tun, dass weitere Drittmittel „an Land gezogen werden können“, war sich unter anderem Obert sicher.

Informationen zum Entwicklungsprozess Zoologischer Stadtgarten, auch die beim Bürgerforum gestern gezeigte Präsentation, sind auf der eigens eingerichteten Projektseite www.karlsruhe.de/zoostadtgarten-ek zu finden.

Weitere Informationen

Zoologischer Stadtgarten

Projektseite Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten

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