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Wälder liefern wertvollen Rohstoff Holz

Holzernte hat begonnen

Seit Anfang Oktober und noch bis in den März laufen in den Wäldern rund um Karlsruhe Holzfällarbeiten. In Naturschutzgebieten endet die Holzernte bereits im Februar.

Der Zeitraum, in dem die Forstleute Holz ernten können, ist relativ kurz. Dadurch scheint es so zu sein, als dass ständig Holz eingeschlagen würde. Tatsächlich, so versichert das städtische Forstamt, wird nur soviel Holz geerntet wie nachwächst. In den Karlsruher Wäldern entspricht die tägliche Erntemenge gerade einmal der Masse der Pyramide am Marktplatz. Die forstliche Fachplanung, die das sicherstellt, ist von externen Zertifizierern überprüft. Die jährlichen Holzerntemengen sind deshalb weitgehend konstant. Im Staatswald sind dies 2015 etwa 15.000 Kubikmeter, im Stadtwald rund 14.400 Kubikmeter. Diese nachhaltige Nutzung sichert dauerhaft den Erhalt des Waldes und seiner vielfältigen Funktionen.

Alle zu fällenden Bäume werden zuvor vom jeweils zuständigen Förster ausgewählt und markiert. Bei der so genannten Durchforstung werden wenig vitale, beschädigte oder kranke Bäume gefällt. Die vitalen und qualitativ guten Bäume erhalten dadurch mehr Raum zum Wachsen. Dort, wo es um die Verjüngung des Waldes geht, werden auch alte Bäume gefällt, die den nachwachsenden Jungwald in der Entwicklung behindern. An einzelnen Waldorten werden zudem Bäume gefällt, um junge Bäume pflanzen zu können. Betroffen ist dabei vor allem die Pappel, die sich nicht von Natur aus verjüngt. Auch kann dies dort vorkommen, wo Eichen gepflanzt werden.

Für jede Holzernte erstellt der Förster einen Arbeitsauftrag an die ausführenden Forstwirte, wobei nicht nur forstwirtschaftliche, sondern auch ökologische, landschaftliche und sicherheitstechnische Gesichtspunkte eine wichtige Rolle spielen. Entdeckt der Förster beispielsweise die Höhle eines Schwarzspechts, bleibt der Baum in jedem Fall stehen und wird als so genannter Habitatbaum gekennzeichnet. Abgestorbene Bäume bleiben als stehendes Totholz erhalten. Damit genügend alte Bäume im Wald bleiben, setzt der Forst ein flächendeckendes Alt- und Totholzkonzept um.

Die Waldarbeit im Winter schafft mit der Ernte des Rohstoffs Holz hohe Werte und erhält den Wald mit all seinen Funktionen für kommende Generationen. Das geerntete Rundholz steht am Beginn der Ressourcen schonenden Nutzung. Die stoffliche Nutzung von Holz als Baumaterial oder in der Verarbeitung zu Holzwerkstoffen bindet das für den Klimawandel verantwortlich Kohlendioxid. Jeder Kubikmeter Fichtenholz etwa bindet so 825 Kilogramm CO2.

Auch Vollernter im Einsatz/Rückegassen

Die Erntearbeiten erledigen städtische Forstwirte oder beauftragte Forstunternehmen. Im Hardtwald werden auch Holzerntemaschinen, so genannte Vollernter, eingesetzt. Nachdem ein Baum gefällt ist, ziehen ihn Forstunternehmer mit einem Spezialschlepper an den Waldweg. Das Fahrzeug darf dabei nur die weiß markierten "Rückegassen" nutzen. Zudem werden Forstschlepper mit drei oder vier Achsen oder sogar Bänderraupen eingesetzt. Dies verringert den Druck auf den Boden und damit Schäden an den Rückegassen. Damit sind große Maschinen für den Waldboden schonender als kleine Schlepper.

Um Gefahren für die Waldbesucherinnen und -besucher zu vermeiden, werden zeit- und ortsweise Waldwege mit Warnschildern und Absperrbändern gesperrt. Damit gibt es zum Bedauern der Forstleute auch in den Wäldern immer wieder "Baustellen". An stark frequentierten Wegen informieren außerdem zusätzlich aufgestellte Hinweisschilder über Sinn und Zweck der Waldarbeiten. Selbst wenn im Augenblick keine Erntegeräusche wie ratternde Motorsägen zu vernehmen sind, dürfen gesperrte Waldwege aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden. Wer dies missachtet, begibt sich in Lebensgefahr.

Das geerntete Holz kaufen Sägewerke, Spanplatten- und Zellstoffwerke überwiegend aus dem Inland. Sehr beliebt ist nach wie vor Brennholz aus dem heimischen Wald.

Zum Thema "Kein heimisches Holz ohne Holzernte" hat der Landesbetrieb Forst Baden-Württemberg Infomaterial veröffentlicht, das über www.forstbw.de heruntergeladen werden kann. Die Broschüre liegt auch im Waldzentrum Karlsruhe an der Linkenheimer Allee (ehemalige Gustav-Jakob-Hütte) aus.

Kein Winterdienst auf Waldwegen

Dass bei winterlicher Witterung Waldwege durch die Erntearbeiten matschig und rutschig werden, lässt sich nicht vermeiden. Das Forstamt sagt zu, die Wege nach Ende der Holzernte wieder instand zu setzen, bittet um Verständnis und verweist auf zahlreiche Alternativwege im Wald. Wo es ja eventuell auch Neues zu entdecken gibt. Außerdem weist die Forstverwaltung darauf hin, dass Waldwege nicht von Schnee und Eis befreit werden. Wer dort bei entsprechender Witterung Spazieren geht oder Rad fährt, muss sich auf winterliche Bedingungen als waldtypische Gefahren einstellen. Das Betreten der Waldwege geschieht stets auf eigene Gefahr, auch wenn diese Wege mit Wegweisern gekennzeichnet sind.

Abschließend betont das Forstamt, dass der Wald auch im Winter ein schöner Erholungsraum für Besucherinnen und Besucher bleibt. Die Forstleute bitten aber nochmals darum, nur die vorhandenen Wege zu nutzen. Dann haben die vielen Tiere im Wald ihre Ruhe und müssen keine kräftezehrenden Fluchten starten. Rücksicht nehmen ist auch im winterlichen Wald angesagt.

 

Weitere Informationen

Landesbetrieb Forst Baden-Württemberg

Waldpädagogik Karlsruhe

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