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Viele Maßnahmen stützen die stadtverträgliche Mobilität

Zweiter Monitoringbericht Verkehrsentwicklungsplan im Planungsausschuss vorgestellt

Die Umsetzung des Verkehrsentwicklungsplans Karlsruhe (VEP) ist auf gutem Weg. Das geht aus dem zweiten Monitoringbericht hervor, den die Verwaltung dem Planungsausschuss gestern (8. Dezember) in nichtöffentlicher Sitzung vorstellte. Kernstück des 2012 vom Gemeinderat beschlossenen VEP ist ein Integriertes Handlungskonzept mit über 120 Maßnahmen, die eine möglichst stadtverträgliche Mobilität unterstützen sollen.

In der Aussprache im Planungsausschuss deutlich wurden auch unterschiedliche verkehrspolitische Standpunkte. Bürgermeister Michael  Obert sagte als Vorsitzender des Ausschusses zu, dass der nächste Monitoringbericht mit einer Diskussion in öffentlicher Sitzung im Gemeinderat oder Planungsausschuss einhergehen wird, um der politischen Gewichtung des VEP und seiner Umsetzung mehr Raum zu geben. Eine Anregung im Ausschuss war zudem, die Einordnung der Maßnahmen zu erleichtern, indem zusammenfassend veranschaulicht wird, welche Maßnahmen abgeschlossen sind, welche sich überholt haben oder aber nicht mehr realisierbar sind, weil sich etwa die Rahmenbedingungen geändert haben.

Zwei Drittel der Maßnahmen in der Vorplanung, knapp die Hälfte in der Umsetzung

Messlatte für die Veränderung der Ist-Situation in Richtung stadtverträglichem Verkehr ist der Modal Split. Hier soll sich der Anteil der Verkehrsträger des Umweltverbunds – zu Fuß, per Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln – am gesamten Verkehrsaufkommen bis 2025 erhöhen, um den Autoverkehr zu reduzieren (motorisierter Individualverkehr 2012: 35 Prozent, Zielgröße 2025: 26 Prozent).

Das Integrierte Handlungskonzept betrachtet alle Verkehrsarten sowie die Wechselwirkungen von Verkehrsmaßnahmen auf Klima und Lärm, Soziales, Stadtbild und Wirtschaft. Bei über zwei Drittel der 120 Maßnahmen des VEP wurde mittlerweile mit der Vorplanung begonnen, 47 Prozent aller Maßnahmen sind nach der Planung bereits in der Umsetzung, informierte das Stadtplanungsamt. Im ersten Monitoringbericht 2014 war bei 61 Prozent der Maßnahmen mit der Vorplanung begonnen worden, mit der Umsetzung bei 37 Prozent. Da ein Großteil der Maßnahmen als Daueraufgabe systematisch mitgedacht werden soll, ist der Prozentsprung zwischen 2014 und 2016 nicht mehr so groß wie zu Beginn der „Abarbeitung der Maßnahmen“, betonte Obert. Hinzu komme, dass zunächst insbesondere schnell zu realisierende Maßnahmen angepackt wurden. Bei den noch offenen Bausteinen des VEP finden sich also tendenziell immer mehr vergleichsweise schwierig umzusetzende Maßnahmen.

Stellschrauben für einen modernen und nachhaltigen Verkehr

Die in Planung befindlichen oder schon umgesetzten Maßnahmen belegen die Vielfalt der Stellschrauben im Sinne einer modernen und nachhaltigen Mobilität. Abgeschlossen sind insbesondere Temporeduzierungen. Im Ausschuss positiv vermerkt wurde, dass der Kriterien-Katalog nun auch Tempo 30 aus Sicherheitsgründen zulässt – wie etwa vor der Schule in der Moltkestraße. Die Daueraufgabe „Stadt der kurzen Wege“ findet sich als Grundprinzip beispielsweise im Räumlichen Leitbild, im Flächennutzungsplan oder Rahmenplan Zukunft Nord wieder. Konzepte wie schulisches Mobilitätsmanagement haben als realisierte Bausteine das Laufbusprojekt „Peditram“ oder die Elternhaltestelle.

Das „Betriebliche Mobilitätsmanagement“ wurde im Projekt Mobil.Pro.Fit beackert. Unter dem Stichwort „moderne Formen der Mobilität“ werden etwa Verleihsysteme gefördert. Im Radförderkonzept wurde in den letzten Jahren mit dem Fächerrad das Verleihsystem ausgebaut. Beim Car-Sharing eröffnet eine Änderung der Straßenverkehrsordnung die Möglichkeit, künftig Stellplätze im öffentlichen Raum auszuweisen. Auch in puncto Informationen hat sich etwa mit der Ausweitung der Mobilitäts-App auf die TechnologieRegion Karlsruhe etwas getan. Geplant ist die Erweiterung auf den PAMINA-Raum.

Bei den einzelnen Verkehrsarten gibt das 20-Punkte-Programm zur Förderung des Radverkehrs die Richtung für die Pedaltreter vor. Der „Karlsruher Fußweg“ soll sich künftig verstärkt dem Fußverkehr widmen, ein Anfang ist mit dem Projekt „Gehwegparken“ gemacht. Im ÖV lag der Schwerpunkt der letzten Jahre auf dem Ausbau der barrierefreien Haltestellen. Beim betrieblichen Verkehrsmanagement wurden unter anderem über die Optimierung der Signaltechnik (wie an der Ebert- und Südendstraße) Verbesserungen für den Verkehrsfluss auf der Straße erreicht. Die Lastenrad-Aktion ist neben E-Fahrzeugen ein Aspekt für den Wirtschaftsverkehr. Hier fehlt es jedoch noch an einer grundsätzlichen Aufbereitung des Themas.

Die Verwaltung ist bestrebt, auch mit denjenigen Maßnahmen zu beginnen, die noch nicht in der Bearbeitung sind, sofern dies zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll und personell sowie finanziell möglich ist. Noch keine Konzeption erfolgte aus personellen Gründen etwa beim Thema „Fahrradparken bei Großveranstaltungen“, im öffentlichen  Verkehr wurden viele Stadtbahnstrecken als kurz- bis mittelfristige oder auch perspektivische Projekte in den Nahverkehrsplan aufgenommen ohne konkreten Realisierungszeitplan. Zurückgestellt wurde aufgrund der Baustellensituation das Gesamtkonzept zur Optimierung des Lieferverkehrs Innenstadt sowie mehrere Prüfauftrage zum Baustein „Fließender Verkehr“.

Der zweite VEP-Monitoringbericht wird mit allen Maßnahmen des Integrier­ten Handlungskon­zepts sowie Umset­zungs­stand 2016 im Laufe der nächsten Woche auf der Homepage der Stadt Karlsruhe unter www.karlsruhe.de/b3/verkehr.de veröffentlicht.

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